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Geldmanagement

Kern eines guten Geldmanagements ist in der Regel die Umsetzung der Strategie „Verluste begrenzen, Gewinne laufen lassen“.

Eine wirksame Methode zur Begrenzung von Verlusten bei einzelnen Trades stellt die Verwendung von Stopp-Loss-Orders dar. Dabei wird ein Kurs festgelegt, bei dessen Unterschreiten die Aktie automatisch verkauft wird. Die Wahl des Stopp-Kurses hängt neben der persönlichen Verlustaversion des Anlegers vor allem von seiner Strategie ab.

Es ist sinnvoll, sich zu veranschaulichen, dass eine Aktie 100%, 200% oder sogar über 1000% steigen kann. Fallen kann sie jedoch nur maximal 100%. Wer eine gute Strategie hat, die häufig Gewinne von mehr als 100% je Trade ermöglicht, der braucht eigentlich nicht mit Stopp-Kursen zu arbeiten, da die hohen Gewinne die möglichen hohen Verluste überkompensieren werden. Allerdings sind auch bei guten Strategien Gewinne von über 100% nicht die Regel.

Wenn man annimmt, dass mit der Strategie X etwas mehr Verlust- als Gewinn-Trades realisiert werden und der durchschnittliche Gewinn-Trade 30% bringt, dann sollten die Verluste im Durchschnitt deutlich weniger als minus 30% betragen, da sonst das Depot dauerhaft ins Minus rutscht. Vielmehr ist es in diesem Fall wichtig, den Verlust je Trade zu begrenzen. Allerdings darf dabei auch nicht zu rigoros vorgegangen werden, da dies zu Lasten des Ertrages geht. Viele Aktien der Strategie X fallen erstmal 10%, bevor sie zu Gewinnern im Depot werden. Wer die Stopp-Kurse bei dieser Strategie pauschal auf minus 5% legt, wird wahrscheinlich häufig ausgestoppt und reduziert seinen durchschnittlichen Gewinn je Trade.

Wo der Stopp-Kurs platziert werden sollte, hängt also vor allem vom erwarteten durchschnittlichen Gewinn je Trade ab. Der Daytrader, der auf minimale Margen mit hohem Volumen setzt, wird einen sehr engen Stopp-Kurs festlegen oder sogar versuchen, Verluste ganz zu vermeiden (was natürlich praktisch nicht möglich ist). Wer eher längerfristige Strategien mit hohen mittleren Renditen je Gewinn-Trade verfolgt, sollte die Stopp-Kurse großzügiger setzen. Wichtig ist grundsätzlich, dass für jeden Trade ein Ausstiegsszenario festgelegt wird, um den durchschnittlichen Verlust so zu begrenzen, dass er kleiner als der erwartete durchschnittliche Gewinn ist.

Wer noch keine Ahnung hat, welche durchschnittlichen Gewinne und Verluste zu erwarten sind, sollte sich bei der Wahl des Stopp-Kurses an der persönlichen Verlustaversion orientieren und einen Wert festlegen, der einen ruhigen Schlaf ermöglicht.

Zu Beachten ist der Nachteil von erteilten Stopp-Loss-Orders bei relativ marktengen (kleinen) Werten. In der Praxis ist häufig zu beobachten, dass Marktteilnehmer diese im System hinterlegten Stopp-Loss-Kurse „abfischen“, insbesondere wenn der Stopp-Kurs an einer charttechnisch signifikanten Stelle liegt, z.B. kurz unterhalb einer Unterstützung. Wer häufig mit Stopp-Loss-Orders arbeitet, wird dies sicher schon erlebt haben.

Alternativ kann ein Stopp-Kurs auf Schlusskursbasis festgelegt werden. Dies setzt natürlich voraus, dass der Anleger jeden Abend die Möglichkeit hat zu handeln.

Bei den Dr. Kessler Musterdepots ist das Geldmanagement in das mathematische System integriert. Die Gewinne werden konsequent laufen gelassen bis sich die Kennwerte der Aktie oder des Marktes signifikant verschlechtert haben. Das Relative Stärke Musterdepot verzichtet daher auf starre Stopp-Kurse. Ein Ausstieg erfolgt automatisch bei einer bestimmten Verschlechterung der mathematisch ermittelten Kennwerte. Dies ist mit einem Stopp-Kurs gleichzusetzen. Beim Ausbruch und Value Musterdepot setzen wir prüfende Stopps bei -15% und endgültige Stopps bei -30%.